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Krisenvorsorge

Trinkwasser bevorraten: Menge & Haltbarkeit

Wasser ist der wichtigste Vorrat überhaupt. Diese Anleitung zeigt, wie viel Trinkwasser Sie nach BBK-Richtwert pro Person brauchen, welche Behälter geeignet sind, wie lange Wasser haltbar ist und wie Sie es im Notfall aufbereiten.

Zuletzt aktualisiert: 23.07.2026 · Autor: Joshua Stark

Warum Wasser an erster Stelle steht

Ohne Nahrung hält der Mensch mehrere Wochen aus, ohne Wasser nur wenige Tage. Bei einem Ausfall der Wasserversorgung – etwa durch einen Rohrbruch, ein Hochwasser oder einen Stromausfall, der Pumpen lahmlegt – zählt deshalb der Wasservorrat zuerst. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, für mindestens zehn Tage vorzusorgen.

Menge berechnen: der BBK-Richtwert

Als Orientierung gelten pro Person und Tag etwa zwei Liter zum Trinken und zusätzlich rund einen halben Liter zum Kochen. Das ergibt etwa 2,5 Liter täglich. Für zehn Tage rechnen Sie:

  • Pro Person: 2,5 L × 10 Tage = rund 25 Liter
  • Zwei Personen: rund 50 Liter
  • Vierköpfige Familie: rund 100 Liter

Denken Sie an einen Aufschlag bei Hitze, für kleine Kinder, Schwangere, Kranke und für Haustiere. Wer zusätzlich Wasser für einfache Hygiene möchte, plant großzügiger.

Geeignete Behälter

Damit das Wasser lange genießbar bleibt, kommt es auf das richtige Gefäß und den richtigen Ort an.

  • Lebensmittelecht: nur Behälter verwenden, die ausdrücklich für Lebensmittel zugelassen sind – etwa PET-Flaschen oder Wasserkanister aus dem Handel.
  • Dicht verschließbar: fest schließende Deckel halten Keime und Gerüche fern.
  • Dunkel: Licht fördert Algenwachstum; lagern Sie das Wasser deshalb dunkel.
  • Kühl: ein kühler Ort wie Keller oder Speisekammer verlängert die Haltbarkeit.
  • Keine Altlasten: keine Gefäße nutzen, in denen zuvor Reinigungsmittel oder Chemikalien waren.

Haltbarkeit und Austausch

Original abgefülltes Wasser aus dem Handel ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen und bei kühler, dunkler Lagerung oft auch darüber hinaus genießbar. Selbst abgefülltes Leitungswasser hat keine solche Garantie: Tauschen Sie es alle paar Monate aus, um Keimbildung vorzubeugen. Beschriften Sie die Behälter mit dem Abfülldatum und arbeiten Sie nach dem Rotationsprinzip – Älteres zuerst verbrauchen, Neues nach hinten stellen.

Leitungswasser haltbar machen

Wenn Sie Leitungswasser über längere Zeit lagern möchten, hilft eine Konservierung. Im Handel gibt es Entkeimungsmittel auf Silber- oder Chlorbasis (etwa Micropur), die das Wachstum von Keimen hemmen und Wasser für Wochen bis Monate haltbar machen. Beachten Sie dabei stets die Dosierungsangaben des Herstellers. Diese Mittel ersetzen keine gesundheitliche Beratung – lesen Sie die Produkthinweise genau.

  • Sauberes Wasser in gereinigte, lebensmittelechte Behälter füllen.
  • Entkeimungsmittel nach Herstellerangabe dosieren.
  • Fest verschließen, kühl und dunkel lagern, Abfülldatum notieren.

Abkochen als einfachste Methode

Ist die Wasserqualität unsicher, ist Abkochen die einfachste Aufbereitung: Bringen Sie das Wasser sprudelnd zum Kochen und lassen Sie es einige Minuten kochen, um Krankheitserreger abzutöten. Abkochen entfernt allerdings keine chemischen Verunreinigungen. Für den Fall, dass kein Strom zum Kochen zur Verfügung steht, hilft eine netzunabhängige Kochstelle (siehe Heizen und Kochen ohne Strom).

Alternativen: Filter und Aufbereitung

Wenn der Vorrat aufgebraucht ist oder Sie unterwegs Wasser aus einer Quelle gewinnen müssen, sind Filter und Aufbereitungsmittel die Lösung. Mechanische Wasserfilter halten Schwebstoffe, Bakterien und Protozoen zurück und sind kompakt genug für den Fluchtrucksack. Entkeimungstabletten ergänzen den Schutz und sind leicht zu bevorraten. Welche Lösung zu welchem Zweck passt, klärt der Wasserfilter-Vergleich.

Am sichersten fahren Sie mit einer Kombination: ein solider Grundvorrat für die ersten Tage, ergänzt um Aufbereitungsmittel und einen Filter als Reserve. So bleiben Sie auch dann handlungsfähig, wenn der Ausfall länger dauert als geplant.

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Häufige Fragen

Wie viel Wasser soll ich pro Person bevorraten? +

Das BBK nennt als Richtwert rund zwei Liter zum Trinken plus etwa einen halben Liter zum Kochen pro Person und Tag. Für zehn Tage sind das rund 25 Liter pro Person.

Wie lange ist bevorratetes Wasser haltbar? +

Handelsübliches abgefülltes Wasser ist bis zum aufgedruckten Datum und oft darüber hinaus genießbar, wenn es kühl und dunkel gelagert wird. Selbst abgefülltes Leitungswasser sollten Sie alle paar Monate austauschen.

Kann ich Leitungswasser einlagern? +

Ja. Füllen Sie sauberes Leitungswasser in gründlich gereinigte, lebensmittelechte Behälter, verschließen Sie diese fest und lagern Sie sie kühl und dunkel. Tauschen Sie das Wasser regelmäßig aus.

Was tun, wenn der Vorrat nicht reicht? +

Dann helfen Aufbereitung und Filterung: abkochen, Entkeimungstabletten oder ein geeigneter Wasserfilter machen unsicheres Wasser trinkbar. Kombinieren Sie Vorrat und Aufbereitung für mehr Sicherheit.

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Quellen

  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber für Notfallvorsorge – Trinkwasservorrat
  • BBK: Empfehlungen zur Getränke- und Wasserbevorratung

Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand.