Drei Tage sind kein willkürlicher Zeitraum, sondern die Spanne, in der bei einer flächigen Lage organisierte Hilfe anläuft. Ein 72-Stunden-Paket überbrückt genau diese Lücke. Diese Seite rechnet vor, wie viel Wasser, wie viele Kalorien und welche Ausrüstung dafür tatsächlich nötig sind.
Woher die drei Tage kommen
Bei einem lokalen Ereignis ist Hilfe in Stunden da. Bei einer flächigen Lage, etwa einem großräumigen Stromausfall, Hochwasser über mehrere Landkreise oder einem Ausfall der Wasserversorgung, verteilt sich die verfügbare Hilfe auf sehr viele Betroffene gleichzeitig. Katastrophenschutzbehörden setzen deshalb international rund drei Tage an, bis organisierte Versorgung wieder flächendeckend greift.
Für die eigene Vorsorge heißt das: Die ersten 72 Stunden müssen Sie selbst tragen. Danach ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ausgabestellen, Notunterkünfte und Versorgungsstrukturen arbeiten. Alles, was Sie über diese drei Tage hinaus vorhalten, ist Komfort und zusätzliche Sicherheit, nicht mehr die kritische Basis.
Der Bedarf für 72 Stunden auf einen Blick
| Haushalt | Trinkwasser | mit Kochen & Hygiene | Energie |
|---|---|---|---|
| 1 Person | 6 l (6 kg) | 9 l | 6.600 kcal |
| 2 Personen | 12 l (12 kg) | 18 l | 13.200 kcal |
| 3 Personen | 18 l (18 kg) | 27 l | 19.800 kcal |
| 4 Personen | 24 l (24 kg) | 36 l | 26.400 kcal |
Grundlage: 2 Liter Trinkwasser und rund 2.200 Kilokalorien je Person und Tag, mit Kochen und einfacher Hygiene rund 3 Liter. Kinder liegen darunter, Jugendliche und Menschen bei Kälte darüber.
Die Gewichtsspalte ist die eigentliche Botschaft dieser Tabelle: Für vier Personen stehen allein 24 Kilogramm Trinkwasser im Raum. Das kann niemand tragen – und genau hier trennt sich das Paket, das zuhause bleibt, von dem, das mitgeht.
Die Rechnung, Position für Position
Ein 72-Stunden-Paket lässt sich sehr konkret rechnen. Für eine Person:
- Wasser: 6 bis 9 Liter. Zwei Liter täglich zum Trinken, mit Kochen und Hygiene eher drei. Gewicht: 6 bis 9 Kilogramm.
- Energie: rund 6.600 kcal. Etwa 2.200 pro Tag. Das entspricht ungefähr vier bis fünf 500-Gramm-Notrationen oder einer Mischung aus Notration, Riegeln und Konserven.
- Wärme: Rettungsdecke, Schlafsack oder Wolldecke, trockene Wechselkleidung, Mütze.
- Licht: Taschenlampe oder Stirnlampe plus Ersatzbatterien, alternativ Kurbellampe.
- Information: batterie- oder kurbelbetriebenes Radio für den Empfang amtlicher Meldungen.
- Erste Hilfe: Verbandmaterial plus die persönlichen Medikamente für mindestens eine Woche.
- Hygiene: Feuchttücher, Müllbeutel, Toilettenpapier, Desinfektionsmittel.
- Dokumente und Bargeld in kleinen Scheinen, wasserdicht verpackt.
Die Wasserfrage entscheidet über die Bauform
Sechs Liter Wasser wiegen sechs Kilogramm. Für einen Haushalt mit vier Personen sind das 24 Kilogramm allein für die Getränke, ohne Essen, Kleidung und Ausrüstung. Das lässt sich lagern, aber nicht tragen.
Daraus folgt die wichtigste Entscheidung beim Zusammenstellen: Bleiben Sie zuhause oder müssen Sie los? Beim Verbleib ist Wasser kein Gewichtsproblem, hier sind abgefüllte Kanister die einfachste Lösung. Beim Aufbruch tragen Sie ein bis zwei Liter und lösen den Rest über einen Filter und Entkeimungstabletten, die zusammen kaum 200 Gramm wiegen. Was diese Kombination leistet und wo ihre Grenzen liegen, steht im Wasserfilter-Vergleich.
Warum Notrationen so gut in dieses Paket passen
Notrationen auf Kompressenbasis sind für genau diesen Zweck entwickelt worden. Sie brauchen keine Kühlung, keine Zubereitung und kein Wasser, halten je nach Produkt bis zu zwanzig Jahre und liefern viel Energie auf wenig Raum. Für ein 72-Stunden-Paket bedeutet das: einmal kaufen, einmal ins Regal legen, jahrelang nicht anfassen.
Der Nachteil ist der Geschmack. Diese Riegel sind Zweckverpflegung, nicht Genuss. Wer drei Tage ausschließlich davon lebt, wird satt und mürrisch. Eine Mischung ist deshalb angenehmer: Notrationen als unverderbliche Basis, dazu Konserven und haltbare Riegel, die auch im Alltag geschmecken. Die Unterschiede zwischen den gängigen Produkten stehen im Langzeitnahrung-Vergleich.
Kiste oder Rucksack
Beide Formen haben ihre Berechtigung, und die meisten Haushalte brauchen beide:
Die Kiste steht im Flur oder Keller, enthält Wasser in Kanistern, Konserven, Kocher, Decken und Licht. Sie ist für den Fall, dass Sie zuhause bleiben, was die weitaus häufigere Lage ist. Gewicht spielt keine Rolle, Menge schon.
Der Rucksack steht daneben, wiegt nicht mehr als ein Zehntel Ihres Körpergewichts und enthält die kompakte Variante derselben Positionen. Er ist für den seltenen Fall der Evakuierung. Wie ein solcher Rucksack aussieht und was fertige Sets abdecken, steht unter Notfallrucksack gefüllt kaufen.
Für Kinder, Ältere und Haustiere mitrechnen
Standardpakete rechnen mit einem gesunden Erwachsenen. Reale Haushalte sehen anders aus. Für Säuglinge brauchen Sie Nahrung und Wasser in einer Form, die sie vertragen, dazu Windeln. Ältere Menschen benötigen häufig Dauermedikamente, deren Ausfall schneller kritisch wird als Hunger. Haustiere brauchen Futter und Wasser, und niemand denkt daran, bis es fehlt.
Gehen Sie Ihren Haushalt einmal namentlich durch und notieren Sie für jede Person, was individuell nötig ist. Diese Liste ist mehr wert als jede allgemeine Empfehlung, auch als die auf dieser Seite.
Einmal packen, dann jährlich prüfen
Ein 72-Stunden-Paket ist keine Daueraufgabe. Einmal zusammengestellt, kostet es einen Termin im Jahr: Haltbarkeitsdaten prüfen, Wasser tauschen, Batterien erneuern, Dokumentenkopien aktualisieren, Kinderkleidung anpassen. Legen Sie diesen Termin auf ein Datum, das Sie ohnehin nicht vergessen. Die Zeitumstellung im Herbst hat sich dafür bewährt, weil dann auch die Rauchmelder dran sind.
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Die Gegenrichtung zum Fluchtrucksack: Diese Pakete sind fürs Bleiben gedacht, nicht fürs Gehen. Wer den Unterschied zwischen Bleiben und Gehen nicht plant, kauft am Ende zweimal dasselbe und einmal nichts Passendes.
- Prinzip
- fertig zusammengestelltes Paket
- Einsatzort
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Häufige Fragen
Warum ausgerechnet 72 Stunden? +
Drei Tage sind die Spanne, mit der Katastrophenschutzbehörden international planen: So lange kann es bei einer großflächigen Lage dauern, bis Rettungskräfte, Stromversorger und Versorgungsstrukturen wieder flächendeckend arbeiten. Wer diese 72 Stunden eigenständig übersteht, entlastet die Hilfskräfte und ist selbst nicht auf sofortige Unterstützung angewiesen.
Wie viel Wasser brauche ich für 72 Stunden? +
Zum Trinken rechnet man mit rund zwei Litern pro Person und Tag, für drei Tage also sechs Liter. Kommt Wasser zum Kochen und für einfache Hygiene dazu, liegt der Bedarf eher bei zweieinhalb bis drei Litern täglich. Sechs Liter wiegen sechs Kilogramm, deshalb ist Wasser die Position, die über tragbar oder nicht tragbar entscheidet.
Wie viele Kalorien gehören in ein 72-Stunden-Paket? +
Als Richtwert dienen etwa 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag, also rund 6.600 für drei Tage. Notrationen auf Kompressenbasis liefern diese Energie sehr kompakt: Ein einzelner 500-Gramm-Riegel deckt bereits einen Großteil des Tagesbedarfs und benötigt weder Kühlung noch Zubereitung.
Ist ein 72-Stunden-Paket dasselbe wie ein Fluchtrucksack? +
Nicht ganz. Ein 72-Stunden-Paket beschreibt den Versorgungsumfang, ein Fluchtrucksack die Transportform. Das Paket kann als Kiste im Flur stehen, wenn Sie zuhause bleiben, oder als Rucksack gepackt sein, wenn Sie das Haus verlassen müssen. Viele Haushalte haben sinnvollerweise beides: eine Kiste für den Verbleib und einen Rucksack für den Aufbruch.
Reicht ein 72-Stunden-Paket aus? +
Für die meisten realistischen Lagen in Deutschland ja, als absolutes Minimum. Behörden empfehlen für den Haushaltsvorrat allerdings einen deutlich längeren Zeitraum von etwa zehn Tagen. Das 72-Stunden-Paket ist der schnell greifbare Teil davon, nicht der gesamte Vorrat.
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Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Checkliste Notvorrat, Mengenempfehlungen pro Person und Tag
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Energiezufuhr
Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand.