Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid
Betreiben Sie niemals einen Holzkohlegrill, Gasgrill, Kohleofen oder ein Verbrennungsaggregat in geschlossenen Räumen – auch nicht bei gekipptem Fenster. Kohlenmonoxid ist geruchlos und tötet innerhalb von Minuten. Jedes offene Feuer und jeder Kocher im Innenraum erfordert dauerhafte Frischluftzufuhr und einen CO-Melder.
Warum bei Stromausfall auch die Heizung ausfällt
Viele Menschen unterschätzen, wie stark die Wärmeversorgung am Strom hängt. Moderne Gas-, Öl- und Pelletheizungen brauchen elektrische Energie für Umwälzpumpe, Zündung und Steuerung. Fällt der Strom aus, bleiben die Heizkörper kalt, selbst wenn genug Brennstoff im Tank ist. Auch der Elektroherd, die Mikrowelle und der Wasserkocher sind sofort außer Betrieb. Wer für einen längeren Blackout vorsorgt, braucht deshalb einen Plan B fürs Kochen und für die Wärme.
Sichere Kochoptionen ohne Strom
Zum Kochen ohne Netz eignen sich mehrere bewährte Geräte – entscheidend ist, sie richtig und am richtigen Ort einzusetzen:
- Campinggas- und Kartuschenkocher: kompakt, schnell und für kurze Kocheinsätze auch drinnen nutzbar – aber nur bei weit geöffnetem Fenster, unter Aufsicht und mit CO-Melder im Raum. Halten Sie mehrere volle Gaskartuschen bereit.
- Spirituskocher: günstig, robust und lange lagerfähig; der flüssige Brennstoff ist gut zu dosieren. Auch hier gilt: nur bei ausreichender Frischluft betreiben.
- Holzkohle- und Gasgrill, Feuerstelle: ideal, um größere Mengen zu kochen oder Wasser zu erhitzen – aber ausschließlich im Freien, mit Abstand zu Gebäuden.
- Fondue- und Rechaud-Sets: für kleine Portionen und zum Warmhalten brauchbar, ebenfalls nur bei guter Belüftung.
Lagern Sie zu jedem Gerät genug Brennstoff, dazu Feuerzeug, Streichhölzer und ein feuerfestes Unterlagematerial. Prüfen Sie regelmäßig die Haltbarkeit und den Füllstand Ihrer Kartuschen und Flaschen.
Die Kohlenmonoxid-Gefahr – der wichtigste Punkt
Jedes Gerät, das Gas, Kohle, Spiritus oder Benzin verbrennt, erzeugt Kohlenmonoxid (CO). Dieses Gas ist farb- und geruchlos, man kann es weder sehen noch riechen. Es verdrängt den Sauerstoff im Blut und macht innerhalb von Minuten bewusstlos. Jedes Jahr sterben Menschen, weil sie einen Grill oder Heizpilz in die Wohnung geholt haben, um sich zu wärmen. Deshalb die eisernen Regeln:
- Grill, Kohleofen und Verbrennungsheizgeräte gehören niemals in Wohnräume, Keller, Garage oder Zelt.
- Ein gekipptes Fenster reicht nicht – nötig ist echte Querlüftung.
- Installieren Sie einen CO-Melder dort, wo im Notfall gekocht oder geheizt wird.
- Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit sofort ins Freie und die Quelle löschen.
- Halten Sie einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke am Kochplatz bereit.
Wärme halten ohne Heizung
Statt zu versuchen, mit offenem Feuer zu heizen, ist es viel sicherer und wirksamer, die vorhandene Wärme zu bewahren und die Körperwärme zu nutzen. Bewährt hat sich die Strategie „ein Raum für alle":
- Wählen Sie einen kleinen, gut isolierten Raum und halten Sie sich dort gemeinsam auf – mehrere Personen wärmen den Raum spürbar.
- Schließen Sie Türen zu ungenutzten Zimmern und dichten Sie Ritzen an Fenstern und Türen mit Decken oder Handtüchern ab.
- Ziehen Sie nachts Rollläden herunter und Vorhänge zu; tagsüber Vorhänge auf der Sonnenseite öffnen.
- Kleiden Sie sich im Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten halten wärmer als ein dickes Stück. Mütze, dicke Socken und Handschuhe nicht vergessen – über Kopf und Füße geht viel Wärme verloren.
- Nutzen Sie Schlafsäcke, dicke Decken und Rettungsdecken, die die Körperwärme zurückwerfen. Ein Zelt oder eine Höhle aus Decken im Raum spart zusätzlich Wärme.
- Warme Getränke und eine mit heißem Wasser gefüllte Wärmflasche heben die gefühlte Temperatur deutlich.
Warmwasser, Vorräte und Vorbereitung
Warmes Wasser ist im Blackout ein kleiner Luxus mit großer Wirkung: für Heißgetränke, zum Aufgießen von Notnahrung und für die einfache Körperpflege. Erhitzen Sie es auf dem Gas- oder Spirituskocher, im Freien über dem Grill. Halten Sie dafür einen ausreichenden Trinkwasservorrat und die passenden Brennstoffe bereit.
Zur guten Vorbereitung gehören außerdem: haltbare Lebensmittel, die sich auch kalt essen lassen, ein manueller Dosenöffner, ausreichend Kerzen und batteriebetriebene Lampen sowie warme Decken für jede Person im Haushalt. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob Gaskartuschen, Spiritus, Batterien und der CO-Melder noch funktionieren. Wer zusätzlich eine Powerstation besitzt, kann kleine elektrische Verbraucher betreiben – zum Heizen mit Strom reicht ihre Kapazität allerdings meist nicht, weil Heizlüfter enorm viel Energie ziehen.
Häufige Fragen
Darf ich einen Gaskocher oder Grill in der Wohnung benutzen? +
Holzkohlegrills, Gasgrills und Kohleöfen gehören ausschließlich ins Freie – sie erzeugen Kohlenmonoxid und dürfen niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden. Ein Campinggaskocher lässt sich zum kurzen Kochen im Notfall drinnen verwenden, aber nur bei geöffnetem Fenster, unter Aufsicht und idealerweise mit einem CO-Melder im Raum.
Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich? +
Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und daher nicht wahrnehmbar. Es bindet sich im Blut anstelle von Sauerstoff und führt schon in geringer Konzentration zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstlosigkeit und Tod. Weil das Gas nicht zu bemerken ist, sind Belüftung und ein CO-Melder die einzigen verlässlichen Schutzmaßnahmen.
Wie halte ich ohne Heizung die Wärme im Haus? +
Konzentrieren Sie sich auf einen einzigen, kleinen Raum, dichten Sie Ritzen ab und schließen Sie Türen zu ungenutzten Räumen. Mehrere Kleidungsschichten, Mützen, dicke Socken, Schlafsäcke und Rettungsdecken halten die Körperwärme. Vorhänge zu, Rollläden nachts herunter – so bleibt die Wärme länger erhalten.
Wie koche ich Warmwasser ohne Strom? +
Wasser lässt sich auf jedem sicheren Kocher – Gas oder Spiritus – erhitzen, im Freien auch über dem Grill. Warmes Wasser dient zum Zubereiten von Notnahrung, für Heißgetränke und zur einfachen Körperpflege. Halten Sie dafür einen ausreichenden Trinkwasservorrat und passende Brennstoffe bereit.
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Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen – Kapitel Heizen und Kochen.
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Warnung vor Kohlenmonoxid bei Grills, Kochern und Heizgeräten in Innenräumen.
Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand.