Was bei einem Blackout zuerst ausfällt
Unsere Infrastruktur hängt fast vollständig am Stromnetz. Fällt der Strom großflächig und länger aus, spricht man von einem Blackout. Anders als bei einem kurzen Ausfall greifen dann viele Systeme ineinander und versagen nach und nach. Wer weiß, was zuerst betroffen ist, kann gezielt vorsorgen.
- Licht: Innenräume werden sofort dunkel – auch tagsüber in Fluren und Kellern.
- Heizung: Auch Öl- und Gasheizungen fallen aus, weil Pumpen und Steuerung Strom brauchen.
- Kühlung: Kühl- und Gefrierschränke tauen langsam auf, Leichtverderbliches verdirbt.
- Wasser und Druck: In höheren Etagen und bei Hausanlagen mit Pumpen fällt das Wasser aus; die Toilettenspülung kann versagen.
- Zahlungsverkehr: Kartenzahlung, Geldautomaten und Kassen funktionieren nicht mehr.
- Kommunikation: Festnetz, Internet und WLAN fallen aus; Mobilfunkmasten laufen nur begrenzt auf Notstrom.
- Tankstellen: Zapfsäulen brauchen Strom – Tanken ist kaum noch möglich.
Vorbereitung: die Checkliste zum Abhaken
Der wichtigste Grundsatz: Vorsorgen, solange der Strom noch da ist. Das BBK empfiehlt, sich auf mindestens zehn Tage Selbstversorgung einzustellen. Die folgende Ausstattung deckt die kritischen Bereiche ab.
- Stromreserve: eine geladene Powerstation und/oder Batterien und Powerbanks für Handy, Lampe und Radio
- Licht ohne Netz: Taschen- und Stirnlampen, Kerzen mit sicherem Halter, Streichhölzer oder Feuerzeug
- Bargeld: ein Vorrat in kleiner Stückelung, da Kartenzahlung ausfällt
- Wasservorrat: rund 2 Liter pro Person und Tag zum Trinken, plus Wasser zum Kochen (siehe Trinkwasser bevorraten)
- Information: ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio für amtliche Warnungen
- Wärme: warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke
- Kochen: eine netzunabhängige Kochmöglichkeit mit Brennstoff (siehe Heizen und Kochen ohne Strom)
- Fahrzeug: den Tank rechtzeitig voll halten
Wer über eine größere Stromreserve nachdenkt, findet in Powerstation vs. Notstromaggregat eine Entscheidungshilfe.
Verhalten während des Blackouts
Ist der Strom weg, gilt: Ruhe bewahren und Energie sparen.
- Über das Radio informiert bleiben und amtlichen Anweisungen folgen.
- Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten, um die Kälte zu bewahren.
- Große Verbraucher am Sicherungskasten ausschalten, um bei Rückkehr des Stroms Überlastung und Spannungsspitzen zu vermeiden.
- Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen; auf Brandgefahr achten.
- Notheizgeräte und Kocher nur mit ausreichender Belüftung nutzen – Erstickungs- und Kohlenmonoxidgefahr.
- Nachbarn, ältere und pflegebedürftige Menschen einbeziehen und Hilfe anbieten.
Kühlschrank-Regeln
Lebensmittel bleiben länger sicher, wenn Sie diszipliniert vorgehen:
- Türen so selten wie möglich öffnen – jede Öffnung kostet Kälte.
- Ein geschlossener Kühlschrank hält meist einige Stunden, ein voller Gefrierschrank rund einen Tag oder länger.
- Leicht Verderbliches zuerst verbrauchen, Haltbares aufheben.
- Aufgetautes nicht wieder einfrieren; im Zweifel auf Geruch und Aussehen achten.
Nach dem Blackout
Kehrt der Strom zurück, schalten Sie Verbraucher nach und nach wieder ein, um das Netz nicht sofort stark zu belasten. Prüfen Sie den Inhalt von Kühl- und Gefrierschrank und entsorgen Sie Verdorbenes. Füllen Sie anschließend Ihre Vorräte, Batterien und die Stromreserve wieder auf, damit Sie für das nächste Mal vorbereitet sind. Über die Warn-App NINA und das Radio erfahren Sie, ob die Lage stabil ist – mehr dazu unter Warn-Apps NINA & KATWARN.
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Häufige Fragen
Wie lange kann ein Blackout dauern? +
Die meisten Stromausfälle sind kurz. Ein großflächiger Blackout kann jedoch Stunden bis Tage andauern, weil das Hochfahren des Netzes komplex ist. Das BBK empfiehlt, sich auf mindestens zehn Tage Selbstversorgung einzustellen.
Funktioniert mein Handy bei einem Blackout? +
Nur begrenzt. Mobilfunkmasten haben oft nur wenige Stunden Notstrom. Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit, um über amtliche Warnungen informiert zu bleiben, und laden Sie Powerbanks vorab auf.
Wie lange hält Essen im Kühlschrank ohne Strom? +
Ein geschlossener Kühlschrank hält Lebensmittel einige Stunden kühl, ein voller Gefrierschrank rund einen Tag oder länger. Öffnen Sie die Türen so selten wie möglich und verbrauchen Sie Leichtverderbliches zuerst.
Brauche ich einen Generator oder eine Powerstation? +
Das hängt vom Bedarf ab. Eine Powerstation ist leise, wartungsarm und für Innenräume geeignet, ein Generator liefert mehr Dauerleistung, braucht aber Kraftstoff und Belüftung. Der Vergleich hilft bei der Wahl.
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Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber für Notfallvorsorge – Verhalten bei Stromausfall
- BBK: Informationen zu Notstromversorgung und Warnung der Bevölkerung (Warn-App NINA)
Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand.