Die zwei Zahlen, auf die es ankommt
Eine Powerstation wird über zwei Kennwerte beschrieben, die man nicht verwechseln darf. Die Kapazität in Wattstunden (Wh) sagt, wie viel Energie gespeichert ist – also wie lange die Station durchhält. Die Leistung in Watt (W) sagt, wie viel sie gleichzeitig abgeben kann – also welche Geräte überhaupt daran laufen. Beide Werte müssen zum geplanten Einsatz passen.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Ein Gerät mit 60 W Leistungsbedarf läuft an einer 1.000-Wh-Station rein rechnerisch rund 15 Stunden (1.000 geteilt durch 60, abzüglich etwa 10–15 % Wandlungsverluste). Ein Wasserkocher mit 2.000 W dagegen scheitert an einer Station, die nur 1.000 W Dauerleistung liefert – egal wie groß ihr Akku ist. Erst prüfen Sie also die Leistung (läuft das Gerät an?), dann die Kapazität (wie lange?).
Was läuft wie lange? Realistische Verbräuche
Für die Planung hilft ein Blick auf typische Haushaltsgeräte im Krisenbetrieb:
- LED-Licht: 5–10 W pro Lampe – eine Powerstation versorgt Beleuchtung tagelang.
- WLAN-Router: 10–15 W – hält an einer 1.000-Wh-Station problemlos einen ganzen Tag.
- Handy/Tablet laden: wenige Wh pro Ladung – Dutzende Ladungen möglich.
- Kühlschrank: zieht kurzzeitig 100–150 W, läuft aber nur getaktet; über den Tag grob 500–800 Wh. Eine 1.000-Wh-Station überbrückt so etwa einen Tag.
- Elektrische Heizung: 1.500–2.000 W Dauerlast – dafür sind Powerstations nicht gedacht; das leert selbst große Speicher in rund einer Stunde.
LiFePO4 vs. NMC: die Akkuchemie
Moderne Powerstations nutzen entweder LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) oder NMC (Nickel-Mangan-Cobalt). Für die Krisenvorsorge ist LiFePO4 die klar bessere Wahl: Diese Zellen halten mehrere tausend Ladezyklen, sind thermisch deutlich stabiler und behalten auch nach Jahren im Stand-by einen großen Teil ihrer Kapazität. NMC-Zellen sind zwar leichter und kompakter, altern aber schneller. Wer eine Station kauft, die jahrelang unbenutzt als Reserve wartet und dann zuverlässig funktioniert, sollte auf LiFePO4 setzen. Alle hier gezeigten Modelle nutzen diese Chemie.
Die drei Größenklassen
Rund 500 Wh – der Einstieg
Kompakt, leicht und günstig. Diese Klasse hält Licht, Handy, Router und andere Kleinverbraucher am Laufen und ist ideal als erste Vorsorge oder für unterwegs. Für einen Kühlschrank über einen ganzen Tag ist sie zu klein. Modelle wie die EcoFlow River 2 Pro (768 Wh) decken diesen Bereich gut ab.
Rund 1.000 Wh – der Allrounder
Die vernünftigste Wahl für die meisten Haushalte. Genug Kapazität, um einen sparsamen Kühlschrank rund einen Tag zu betreiben und dabei noch Licht und Kommunikation zu versorgen. Mit 1.500–1.800 W Dauerleistung laufen auch stärkere Geräte kurzzeitig. Die Anker SOLIX C1000 und das Jackery Explorer 1000 v2 Solar-Bundle gehören in diese Klasse.
2.000 Wh und mehr – die Hausreserve
Für längere Ausfälle, mehrere Verbraucher gleichzeitig oder leistungshungrige Geräte. Diese Stationen sind schwerer und teurer, überbrücken aber auch mehrtägige Ausfälle – besonders in Kombination mit Solar oder einem Erweiterungsakku wie dem Anker SOLIX BP3800 (3.840 Wh). Das Jackery Explorer 2000 v2 mit Solarpanel ist ein typischer Vertreter.
Solar-Eingang: die unbegrenzte Nachladung
Ein oft übersehenes Kaufkriterium ist der Solar-Eingang. Eine Powerstation ohne Nachlademöglichkeit ist im Blackout irgendwann einfach leer. Mit einem passenden Solarpanel füllt sich der Speicher dagegen tagsüber wieder auf. Achten Sie darauf, wie viel Solarleistung die Station maximal aufnimmt (in Watt) und welcher Steckertyp genutzt wird. Wer mehrtägige Ausfälle einplant, sollte Station und Panel als Bundle wählen, damit beides zusammenpasst.
Zyklenzahl, Lebensdauer und Anschlüsse
Die Zyklenzahl gibt an, wie oft die Station geladen und entladen werden kann, bevor die Kapazität auf 80 % fällt. Gute LiFePO4-Modelle schaffen 3.000 bis über 4.000 Zyklen – bei Vorsorge-Nutzung praktisch mehr als ein Jahrzehnt. Bei den Anschlüssen lohnt der Blick auf die Zahl der Schuko-Steckdosen, USB-A- und USB-C-Ports (mit hoher Wattzahl für Laptops) sowie einen 12-V-Ausgang. Je mehr Geräte gleichzeitig versorgt werden sollen, desto wichtiger ist die Ausstattung.
So wählen Sie richtig
Fassen wir zusammen: Schreiben Sie auf, welche Geräte im Ernstfall laufen sollen, addieren Sie deren Wattzahl (das bestimmt die nötige Leistung) und schätzen Sie den Tagesverbrauch in Wh (das bestimmt die Kapazität). Für den typischen Haushalt ist eine LiFePO4-Station um 1.000 Wh mit Solar-Eingang der beste Kompromiss aus Preis, Gewicht und Nutzen. Preislich bewegen sich Powerstations je nach Größe im Rahmen von rund 300 bis über 2.000 €. Ob sich in Ihrem Fall stattdessen ein Aggregat lohnt, klärt der Vergleich Powerstation vs. Notstromaggregat.
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Häufige Fragen
Was ist wichtiger – Wattstunden oder Watt? +
Beides, aber sie beschreiben Verschiedenes. Wattstunden (Wh) sagen, wie viel Energie gespeichert ist, also wie lange die Station durchhält. Watt (W) sagt, wie viel Leistung sie gleichzeitig abgeben kann, also welche Geräte überhaupt anlaufen. Ein Wasserkocher mit 2.000 W braucht eine Station mit mindestens ebenso hoher Dauerleistung – unabhängig von der Kapazität.
LiFePO4 oder NMC – welche Akkuchemie ist besser? +
Für die Krisenvorsorge klar LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat). Diese Zellen halten mehrere tausend Ladezyklen, sind thermisch stabiler und altern langsamer. NMC-Akkus sind leichter und kompakter, aber weniger langlebig. Wer die Station jahrelang als Reserve halten will, fährt mit LiFePO4 deutlich besser.
Kann eine Powerstation meine Elektroheizung betreiben? +
In der Regel nein – jedenfalls nicht sinnvoll. Elektrische Direktheizungen ziehen 1.500 bis 2.000 W und würden selbst eine große 2.000-Wh-Station in etwa einer Stunde leeren. Für Wärme im Blackout sind netzunabhängige Alternativen die bessere Wahl. Strom aus der Powerstation reserviert man besser für Licht, Kühlung und Kommunikation.
Wie viele Ladezyklen hält eine gute Powerstation? +
Hochwertige LiFePO4-Stationen sind auf 3.000 bis über 4.000 Zyklen bis 80 % Restkapazität ausgelegt. Bei gelegentlichem Vorsorge-Einsatz entspricht das faktisch mehr als einem Jahrzehnt Nutzung, bevor die Kapazität spürbar nachlässt.
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Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.
Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand.